Literarische Gesellschaft Baselland präsentiert
Vom Wunder einer stillen Nacht
Ein literarischer Weihnachtsabend mit Hans Gysin
Zwei Weihnachtsabende führen zurück in die Sprach- und Lebenswelt des Baselbieter Mundartdichters Hans Gysin (1882–1969), genannt «Metzger Hans». In Oltingen und Waldenburg begegnen sich Literatur, Mundart, Musik und die alte Weihnachtsbotschaft.
Im Mittelpunkt stehen Gysins Weihnachtsgeschichte «Wienecht i dr Choolhütte» und sein «Chrippespiil», das als szenische Lesung mit Musik neu zum Leben erweckt wird.
Eintritt frei · Kollekte
Hans Gysin kennenlernen ↓Bauer · Mundartdichter · Oltinger
Hans Gysin – der Dichterbauer aus Oltingen
Hans Gysin schrieb über jene Welt, die er selbst kannte: das bäuerliche Leben, die Menschen seiner Heimat, ihren Glauben, ihren Humor und ihre unverwechselbare Sprache.
Hans Gysin wurde 1882 in Oltingen geboren. Er wuchs auf dem Bauerngut «Sandgrube» auf und blieb der bäuerlichen Welt des Oberbaselbiets sein Leben lang eng verbunden. Landwirtschaft war für ihn Alltag, Lebensgrundlage und zugleich eine Quelle seiner Beobachtungen.
Im Dorf war er unter dem Namen «Metzger Hans» bekannt. Der Dorfname führt leicht in die Irre: Hans Gysin war kein Metzger von Beruf, sondern Bauer.
Schon als junger Mann begann er zu schreiben. Es entstanden Gedichte, Erzählungen und dramatische Szenen. Besonders wichtig wurde ihm die Mundart seiner Heimat – jene Sprache, die in Oltingen, Anwil und Wenslingen gesprochen wurde.
Seine Stoffe lagen vor seiner Haustür. Gysin schrieb über die Natur, das bäuerliche Leben, die Welt der Posamenter, über Glauben, menschliche Schwächen und jene kleinen Begebenheiten, in denen sich oft mehr vom Leben zeigt als in grossen Ereignissen.
Seine Texte verbinden Bodenständigkeit mit feinem Humor, genauer Beobachtung und einer tiefen Vertrautheit mit den Menschen des Baselbiets.
Hans Gysin gab den Menschen seiner Heimat eine literarische Stimme – in jener Sprache, in der sie lebten, arbeiteten, glaubten und erzählten.
Zwei Werke · Ein Weihnachtsabend
Weihnachten in der Welt von Hans Gysin
Hans Gysin erzählt von Weihnachten in der Sprache und Lebenswelt seiner Heimat. Zwei seiner Werke stehen im Mittelpunkt dieses besonderen Abends.
Weihnachtsgeschichte
«Wienecht i dr Choolhütte»
Mit «Wienecht i dr Choolhütte» erzählt Hans Gysin eine Weihnachtsgeschichte aus dem Randbereich der damaligen Dorfgesellschaft. Im Mittelpunkt steht eine jenische Familie – Gysin verwendet in seinem historischen Text noch die damalige Bezeichnung «Zigeuner» –, die in einer alten Hütte bei einer ehemaligen Köhlerei lebt.
Die Frau erwartet ein Kind. Ihr Mann macht sich auf den Weg zum Dorfpfarrer und bittet ihn, das Kind zu taufen. Der Pfarrer folgt seiner Bitte – und verbringt schliesslich gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden Kindern die Heilige Nacht in der «Choolhütte».
Die Begegnung zweier unterschiedlicher Lebenswelten verleiht der Geschichte ihre besondere Wärme. Ausgerechnet in der einfachen Köhlerhütte entsteht eine Weihnachtsgemeinschaft, die etwas vom eigentlichen Kern der Weihnachtsbotschaft spürbar werden lässt.
Szenische Lesung
«Chrippespiil»
In seinem «Chrippespiil» bringt Hans Gysin die Weihnachtsgeschichte in die Mundart seiner Heimat. Maria und Josef, Hirten, Engel und die weiteren Figuren erhalten durch seine Sprache eine unmittelbare, menschliche Nähe.
Für «Vom Wunder einer stillen Nacht» wird das Werk als szenische Lesung gestaltet. Auf eine aufwendige Theaterinszenierung wird bewusst verzichtet. Die Mitwirkenden lassen Gysins Figuren mit ihren Stimmen, seiner Sprache und wenigen szenischen Mitteln lebendig werden.
So entstehen die Bilder der Weihnachtsgeschichte vor allem dort, wo Literatur ihre stärkste Wirkung entfalten kann: in der Vorstellung des Publikums.
Zwei Weihnachtsgeschichten, verwurzelt im Baselbiet – erzählt in einer Sprache, in der Hans Gysins Menschen lebten, glaubten, hofften und einander begegneten.
Oltingen · Waldenburg
Zwei besondere Weihnachtsabende
Wenn draussen der Dezemberabend hereinbricht, werden zwei Baselbieter Kirchen zum Ort für Geschichten, Mundart und Musik – und für eine Weihnachtsbotschaft, die Hans Gysin in die Lebenswelt seiner Heimat geholt hat.
Freitag
18. Dezember
2026
Kirche St. Niklaus
Oltingen
Samstag
19. Dezember
2026
Kirche Waldenburg
Waldenburg
Ein Abend mit Hans Gysins Weihnachtswelt
«Wienecht i dr Choolhütte» · «Chrippespiil» · Szenische Lesung · Orgelmusik · Gemeinsame Weihnachtslieder
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Zwei Abende, an denen eine beinahe vergessene Baselbieter Weihnachtswelt wieder lebendig wird.
Stimmen · Musik · Mundart
Die Mitwirkenden
Menschen aus dem Baselbiet bringen Hans Gysins Weihnachtswelt mit Sprache, szenischer Gestaltung und Musik wieder zum Klingen.
Weihnachtsgeschichte · Lesung
Lorenz Degen
Lorenz Degen liest Hans Gysins Weihnachtsgeschichte «Wienecht i dr Choolhütte» und führt das Publikum damit in die besondere Weihnachtswelt des Oltinger Mundartdichters.
Orgel · Musikalische Begleitung
Willy Kenz
Willy Kenz begleitet den literarischen Weihnachtsabend an der Orgel, gestaltet die musikalischen Übergänge und begleitet die gemeinsamen Weihnachtslieder.
Szenische Lesung
Ensemble «Hyazinth»
Mit «Vom Wunder einer stillen Nacht» setzt das Ensemble seine Arbeit mit der Form der szenischen Lesung fort – diesmal mit einem bislang ungespielten Krippenspiel von Hans Gysin.
Erfahrung aus vier Aufführungen
Das Ensemble «Hyazinth» hat im Februar und März 2026 bereits vier szenische Lesungen durchgeführt. Die Aufführungen fanden in Liestal, Waldenburg, Arlesheim und Maisprach statt.
Dabei zeigte sich, wie wirkungsvoll literarische Texte in einer reduzierten szenischen Form vermittelt werden können. Stimme, Blick, Rhythmus und Bewegung schaffen Atmosphäre, während der Text selbst immer im Mittelpunkt bleibt.
Diese Erfahrungen fliessen nun direkt in die Uraufführung des «Chrippespiil» von Hans Gysin ein.
Projektleitung · Organisation · Regie
Hanspeter Gautschin
Hanspeter Gautschin hat «Vom Wunder einer stillen Nacht» initiiert und organisiert das gesamte Projekt. Für Hans Gysins «Chrippespiil» erarbeitete er die Regiefassung für die szenische Lesung und führt bei den Aufführungen Regie.
Begrüssung · Ansager
Thomas Schweizer
Thomas Schweizer, Präsident der Literarischen Gesellschaft Baselland, begrüsst das Publikum und führt als Ansager durch Hans Gysins «Chrippespiil».
Gemeinsam entsteht ein literarischer Weihnachtsabend, bei dem Hans Gysins Sprache, seine Figuren und seine Baselbieter Welt im Mittelpunkt stehen.
Mundart · Heimat · Literatur
Die Mundart der Schafmattdörfer
Hans Gysin schrieb in der besonderen Mundart seiner Heimat. Sie verbindet Oltingen mit Anwil und Wenslingen und gibt seinen Geschichten ihren unverwechselbaren Klang.
Wer Hans Gysin liest, begegnet einer Sprache, die tief in seiner Heimat verwurzelt ist. Er schrieb Gedichte, Erzählungen und dramatische Szenen in Schriftsprache und Mundart. Besonders geprägt wurde sein Werk durch die unverwechselbare Sprache der Schafmattdörfer Anwil, Oltingen und Wenslingen.
Das Personenlexikon des Kantons Basel-Landschaft bezeichnet sie ausdrücklich als die besondere Mundart der Schafmattdörfer Anwil, Oltingen und Wenslingen.
Gerade diese Sprache prägt Gysins literarische Welt. In ihr erzählt er vom bäuerlichen Leben, von den Posamentern, von Naturbeobachtungen, vom Glauben und von den Menschen seiner Umgebung. Seine Texte verbinden dabei einfache Formen mit feinem Humor und einer ausgeprägten Beobachtungsgabe.
Auch im «Chrippespiil» wird diese Mundart zu einem entscheidenden Teil der Wirkung. Die Figuren der Weihnachtsgeschichte sprechen in einer Sprache, die aus Gysins eigener Lebenswelt stammt. Dadurch erhält die alte Geschichte eine unmittelbare Nähe zum Baselbiet.
In Hans Gysins Mundart wird seine Heimat hörbar – ihre Menschen, ihre Landschaft, ihr Humor und ihre Art, Geschichten weiterzugeben.
Gemeinsam getragen
«Vom Wunder einer stillen Nacht» ist ein Projekt der Literarischen Gesellschaft Baselland. Unterstützt wird die Produktion von Unternehmen, Institutionen und weiteren Partnern aus der Region.
Literarische Gesellschaft Baselland
Die Literarische Gesellschaft Baselland fördert Literatur und literarisches Leben im Kanton Basel-Landschaft und realisiert eigene Veranstaltungen und Projekte.
Ein herzlicher Dank gilt allen, die diese beiden Aufführungen ermöglichen und mittragen.